Produktkonzeption, Prospekte, WIB/VIB

Wenn Sie die Finanzierung Ihres Unternehmens bankenunabhängig durch die Aufnahme von Investorengeldern verbessern möchten, sind bei der Kapitalaufnahme vielfältige Rahmenbedingungen zu beachten.

Für Kapitalmarktprodukte, die in Wertpapieren verbrieft sind, ist ein Wertpapierprospekt nach dem Wertpapierprospektgesetz (WpPG) zu erstellen. Der Prospekt muss vor seiner Veröffentlichung von der BaFin gebilligt werden. Spätestens seit Inkrafttreten des Kleinanlegerschutzgesetzes im Sommer 2015 müssen Emittenten grundsätzlich auch für nicht in Wertpapieren verbriefte Vermögensanlagen, wie Nachrangdarlehen oder partiarischen Darlehen, einen Verkaufsprospekt und ein Vermögensanlageninformationsblatt (VIB) erstellen sowie zahlreiche Rechnungslegungs- und Prüfungspflichten erfüllen.

Typische Fragen sind:

  • Muss ich für die Aufnahme der Investoren einen von der BaFin genehmigten Prospekt erstellen?
  • Welche Prospektvorschriften sind bei der gewählten Finanzierungsform zu beachten?

Hierauf haben wir nicht nur die richtigen Antworten, sondern:

  • wir konzipieren und strukturieren maßgeschneiderte Beteiligungslösungen für Ihr Unternehmen
  • verfassen die für ein öffentliches Angebot erforderlichen Unterlagen
  • beschaffen die behördliche Genehmigung und
  • betreuen Sie rechtlich umfassend bei der Platzierung der angebotenen Beteiligung.

Neugestaltung des Prospektrechts durch in Kraft-Treten der EU-Prospektverordnung

Wertpapierbeteiligungen bis zu 8 Mio. Euro ohne Prospekt aber mit WIB

Seit dem 21. Juli 2018 gilt die EU-Prospektverordnung in allen EU-Mitgliedstaaten und im EWR. Eingeführt wurden erstmals weitgehende Ausnahmen von der Prospektpflicht: D.h. Anbieter öffentlicher Angebote von Wertpapieren in Deutschland (z.B. Anleihen, Genussscheine und Aktien) können statt eines Prospekts ein Wertpapierinformationsblatt (WIB) erstellen und veröffentlichen, wenn der Gesamtgegenwert des Angebotes über einen Zeitraum von zwölf Monaten mehr als 100.000 Euro, aber nicht weniger als 8 Mio. Euro beträgt und nicht bereits eine Pflicht zur Veröffentlichung eines Basisinformationsblatts besteht. Der Aufwand für einen Wertpapierprospekt entfällt dann.
Wenn aber Emittenten für grenzüberschreitende Angebote vom EU-Pass profitieren wollen, müssen sie nach der EU-Prospektverordnung bereits ab 1 Mio. Euro einen Prospekt erstellen und billigen lassen, der dann in andere Mitgliedstaaten notifiziert werden kann.

Neue inhaltliche Anforderungen

Grundsätzlich muss der Prospekt die erforderlichen Informationen enthalten, damit sich der Anleger ein fundiertes Urteil über Chancen und Risiken der Anlage bilden kann. Zu beachten sind umfangreiche Regelungen in der EU-Verordnung, der Delegierten Verordnung und die dazugehörigen Leitlinien der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA zu Risikofaktoren.

Vereinfachte Prospekt-Zusammenfassung

Für eine bessere Vergleichbarkeit von Angeboten darf die Zusammenfassung grds. nicht länger als sieben DIN-A-4 Seiten sein. Die Zusammenfassung ist in vier Abschnitte zu gliedern: Einleitung mit Warnhinweisen, Basisinformationen über den Emittenten, Basisinformationen über die Wertpapiere sowie Basisinformationen über das öffentliche Angebot und/oder die Zulassung zum Handel an einem geregelten Markt.

EU-Wachstumsprospekt

Neu eingeführt wurde der EU-Wachstumsprospekt für KMU und andere Emittenten, die unter anderem gewisse Größenordnungen (zum Beispiel eine durchschnittliche Marktkapitalisierung von weniger als 500 Mio. Euro oder öffentliches Angebot von höchstens 20 Mio. Euro) nicht überschreiten sowie bestimmte Anbieter von Wertpapieren.
Merkmale: Kürzerer Inhalt, verkürzte Zusammenfassung sowie besondere Standards für die Aufmachung. Das Ziel: Erschließung neuer Finanzierungsquellen für KMU und Senkung der Kosten der Kapitalaufnahme.

Einheitliches Registrierungsformular für den Prospekt

Eingeführt wird ein sogenanntes einheitliches Registrierungsformular für Angaben zu Organisation, Geschäftstätigkeiten, Finanzlage, Ertrag und Zukunftsaussichten sowie Führung und Beteiligungsstruktur des Unternehmens.

Davon profitieren u.a. Daueremittenten. Im Unterschied zu bisherigen Registrierungsformularen kann das einheitliche Registrierungsformular ohne vorherige Billigung durch die BaFin hinterlegt werden, wenn es zuvor in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren eingereicht und gebilligt worden ist. In diesem Fall sind die übrigen Dokumente - wie Wertpapierbeschreibung und Zusammenfassung - in einem beschleunigten Billigungsverfahren in einer Frist von nur fünf Arbeitstagen (sonst 10) zu prüfen.

Neue Regeln zur Veröffentlichung von Prospekten

Zeitpunkt der Veröffentlichung: Entscheidend ist nicht mehr die Billigung des Prospekts, sondern der Beginn des öffentlichen Angebots bzw. die Zulassung zum Handel am geregelten Markt. Folge: Der Prospekt ist nicht mehr unverzüglich nach der Billigung zu veröffentlichen, sondern „rechtzeitig vor und spätestens mit Beginn des öffentlichen Angebots bzw. der Zulassung zum Handel am geregelten Markt“. Beim öffentlichen Erstangebot von Aktien muss der Prospekt mindestens sechs Arbeitstage vor dem Ende des Angebots verfügbar sein.

Form der Veröffentlichung: Zulässig ist nur noch die Veröffentlichung in elektronischer Form über das Internet. Nicht mehr zulässig: Veröffentlichungen über Anzeigen in Zeitungen oder Bereithalten einer gedruckten Fassung (Schalterpublizität). Auf Verlangen ist kostenlos eine Version des Prospekts auf einem dauerhaften Datenträger oder in gedruckter Form zur Verfügung zu stellen.

GK-law.de berät Sie umfassend bei der Gestaltung und Konzeption von Finanzprodukten sowie der Erstellung von Verkaufsprospekten für Vermögensanlagen und Wertpapiere sowie der Erstellung von entsprechenden Informationsblättern VIB und WIB. Ebenso übernehmen wir Prospektprüfungen und vertreten Sie in Prospekthaftungsfällen außergerichtlich und vor Gericht.

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