04. September 2007 | Immer mehr deutsche Unternehmen scheuen eine Börsennotierung in den USA.
Während in den letzten Jahren der Gang an die US-Börse oftmals als sehr lukrativ und als Meilenstein in der Firmengeschichte galt, ist diese Stimmung umgeschlagen.
Zuletzt zog sich die Wiesbadener SGL Carbon AG von der Wall Street zurück und auch die Konzerne Eon und BASF haben ihren Rückzug bereits angekündigt. Grund für das schlechte Image der Wall Street sind neben oft enttäuschten Erwartungen vor allem hohe Kosten und Risiken für die Unternehmen. So müssen Unternehmen selbst dann nach amerikanischen Bilanzierungsregeln (US-GAAP) eine Bilanz erstellen, wenn sie bereits in Deutschland nach den internationalen Regeln (IFRS) bilanziert haben. Zu diesen Kosten, die oftmals in die Millionenhöhe gehen, kommt eine persönliche Einstandspflicht für die Unternehmenschefs und die Finanzvorstände. Die entsprechenden Regeln wurden im Zuge des Skandals um den Enron Konzern erheblich verschärft und die New Yorker Börsenaufsicht SEC ist durch ihr hartes Durchgreifen in letzter Zeit vermehrt in die Schlagzeilen geraten.
So wurde auch gegen den Münchener Siemens Konzern eine Untersuchung durch die SEC eingeleitet, nachdem die Schmiergeldaffäre bekannt geworden war. Die SEC soll schon um ein Anbahnungstreffen mit der Münchener Staatsanwaltschaft gebeten haben und bei Siemens bereitet man sich mit Hilfe einer renommierten amerikanischen Anwaltskanzlei gegen mögliche Anklagen vor.
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