Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zu FinTech-Aktionsplan veröffentlicht

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30. November 2018 | Nachdem die Europäische Kommission am 08. März 2018 den FinTech-Aktionsplan für die Nutzung der Möglichkeiten technischer Innovationen im Finanzdienstleistungsbereich veröffentlichte, hat nunmehr der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) Stellung genommen.

Ziel des Plans ist es, Europa als internationales FinTech-Zentrum zu etablieren, damit Unternehmen und Investoren in diesem dynamischen Bereich von den Vorteilen des Binnenmarkts profitieren können. Dazu sind Maßnahmen vorgesehen, um innovativen Geschäftsmodellen eine europäische Dimension zu verleihen, die Einführung der innovativen Technologien im Finanzsektor zu fördern und die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors zu verbessern. Gleichzeitig legte die Kommission den Vorschlag einer EU-Verordnung für Crowdfunding-Dienstleister (ECSP) vor, die sowohl investitionsbasiertes als auch kreditbasiertes Crowdfunding abdeckt.

Der EWSA unterstützt die Pläne der Kommission und ist der Auffassung, dass die FinTech-Entwicklung im europäischen Finanzsektor den europäischen Unternehmen und Verbrauchern zahlreiche Vorteile bietet. Jedoch vertritt der Ausschuss die Meinung, dass die Maßnahmen des FinTech-Aktionsplans zur Erhöhung der Cybersicherheit und zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit des Finanzsektors durch Vorschriften ergänzt werden müssen, die für eine einheitliche FinTech-Entwicklung in der EU sorgen. In diesem Zusammenhang weist der EWSA darauf hin, dass Cyberangriffe in der Regel über die Grenzen hinweg erfolgen und deshalb ein höheres Maß an Koordinierung, Regulierung und Beaufsichtigung auf EU-Ebene unerlässlich ist.

In Anbetracht der jüngsten Entwicklungen bei Kryptowährungen und insbesondere Kryptobargeld, fehlender Transparenz und hoher Risiken, die sie mit sich bringen, empfiehlt EWSA der Kommission, die Lage auf diesem Gebiet in Zusammenarbeit mit den europäischen Aufsichtsbehörden fortwährend genau zu überwachen. Im Falle der Beeinträchtigung der Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems müssten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Diese Maßnahmen müssen in erster Linie für die gesamte EU gelten und daher auf europäischer Ebene getroffen werden.

In Bezug auf den Kommissionsvorschlag zur Einrichtung einer Beobachtungsstelle für die Blockchain-Technologie ist EWSA der Auffassung, dass angesichts der hohen Dynamik bei der Entwicklung von Anwendungen im Bereich der Finanztechnologie das Mandat der Beobachtungsstelle auf den ganzen FinTech-Bereich erweitert werden sollte.

Da mit der Einführung von Technologien im Finanzbereich ein massiver Arbeitsplatzverlust in der Finanzwirtschaft erwartet wird, empfiehlt EWSA den Mitgliedstaaten, aktive Maßnahmen für den Arbeitsmarkt zu planen und umzusetzen, damit Arbeitnehmer, die von der Einführung technischer Innovationen im Finanzdienstleistungsbereich betroffen sind, so schnell wie möglich eine neue Arbeit finden können.



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