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Private-Equity

Abgrenzung: andere Finanzierungen

a) "Private Equity" - Begriffsbestimmung

Der Begriff Private Equity wurde nicht in der Wissenschaft geprägt, sondern in der angelsächsischen Finanzierungspraxis entwickelt. Hierzulande findet er sehr unterschiedliche Verwendung.

b) Weiteste Definition

Private Equity ist eine Finanzierungsform, bei der Unternehmen außerhalb der Börsen risikotragendes Kapitel ohne Sicherheiten bereit gestellt wird. Hiervon ausgehend werden sehr unterschiedliche Einschränkungen vorgenommen. Zum Teil findet eine Eingrenzung dahingehend statt, dass Zielunternehmen einer Private-Equity-Transaktion ausschließlich nicht börsennotierte Unternehmen seien. Auch im Hinblick auf die eingesetzten Finanzierungsformen existieren unterschiedliche Abgrenzungen.

Während zum Teil nur idealtypisches Gesellschaftskapital unter den Private-Equity-Begriff gefasst wird, werden überwiegend verwandte Finanzierungsformen wie Mezzanine-Kapital in den Private-Equity-Begriff einbezogen. Begriffliche Ungenauigkeiten bestehen ferner bei der Abgrenzung der Begriffe Private Equity und Venture Capital. Schließlich wird zum Teil ausschließlich auf institutionelle Beteiligungsgesellschaften als Private-Equity-Investoren verwiesen. In Hinblick auf die Private-Equity-Investoren stellt sich im Übrigen auch die Frage nach der Abgrenzung zu den so genannten Hedge Fonds.

c) Begriffsherleitung

Private Equity wird aus zwei englischen Begriffen: "Equity" und "Private" hergeleitet. Der Begriffsteil "Equity" zeigt, dass es sich bei einer Private-Equity-Finanzierung um die Bereitstellung von "Eigenkapital" handelt. Der Private-Equity-Investor unterliegt also einem höheren Risiko und profitiert dafür an positiver Unternehmensentwicklung unmittelbar. Mit dieser Feststellung ist allerdings noch keine Aussage darüber getroffen, welche Qualität dieses Eigenkapital aufweisen muss.

Der Begriff "Equity" legt zwar den Gedanken nahe, dass damit nur Eigenkapital im engeren Sinne, also Gesellschaftskapital, gemeint sein könnte. Insbesondere bei einer Finanzierung durch eine Beteiligungsgesellschaft ist die klassische Finanzierungsform auch tatsächlich deren Betritt als Gesellschafter im Wege der Übernahme bzw. des Erwerbs von Vollgesellschaftsanteilen.

Allerdings bestehen zwischen einer idealtypischen Private-Equity-Finanzierung und einer Mezzanine-Finanzierung keine Unterschiede, die derart gravierend sind, dass sie es sachgerecht erscheinen lassen, Mezzanine-Instrumente aus dem Private-Equity-Begriff herauszunehmen. So werden in der Praxis der Private-Equity-Finanzierung ergänzend oder sogar ausschließlich Mezzanine-Finanzierungsinstrumente eingesetzt.

In der Praxis engagieren sich Beteiligungsgesellschaften häufig über eine Kombination aus Kapitalerhöhung und mezzaninen Finanzierungsformen. Der Begriff "Equity" unterstreicht also lediglich den Eigenkapitalcharakter einer Private-Equity-Finanzierung, will aber den Einsatz von anderen Finanzinstrumenten mit Eigenkapitalcharakter nicht ausschließen.

Dies wird auch in dem Entwurf des Private Equity Gesetzes (MoRaKG) deutlich, wonach auch mezzanine Finanzierunginstrumente mit handelsbilanziellem und steuerlichem Eigenkapitalcharakter Anlageinstrumenten von sog. Wagniskapitalbeteiligungsgesellschaften sein können, also Genussscheine mit Beteiligung am Liquidationserlös und atypisch stille Beteiligungen.

d) Bedeutung von "Private"

Zu noch größeren Missverständnissen mag der Begriff "Private" führen. Er bedeutet selbstverständlich nicht, dass dieses Eigenkapital nur von Privatpersonen bereitgestellt wird. Der Begriffsteil "Private" steht vielmehr für den außerbörslichen Charakter der Private-Equity-Finanzierung und erlangt seine Bedeutung erst durch die Kontrastierung zum Begriff des "Public-Equity". Dieser bezeichnet Kapitalaufnahme über die öffentlichen Börsen, z.B. durch die Emission von Aktien.

Dabei soll mit dem Begriff "Private" keine Einschränkung in der Weise vorgenommen werden, dass diese Finanzierungsart ausschließlich für nicht börsennotierte Unternehmen möglich ist. Es besteht auch gar kein Anlass, börsennotierte Unternehmen per se aus dem Anwendungsgebiet von Private Equity herauszunehmen. Diese können, wie jedes nicht börsennotierte Unternehmen, Finanzierungsobjekt einer Private-Equity-Transaktion sein.

Der klassische Weg zum Private Equity führt zweifellos über institutionelle Kapitalgeber und soll insbesondere für Wagniskapitalfinanzierungen mit dem Private Equity Gesetz (MoRaKG) in Deutschland gesetzlich verankert werden. Daneben existiert aber auch ein informeller Private-Equity-Markt aus privaten Kapitalgebern, beispielsweise Business Angels und Anleger im Rahmen von außerbörslichen Emissionen.

e) Definition von Private Equity

Venture Capital

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